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Der „Hymnus“

Chorsingen im "Hymnus" - Freude und Bildung

Jeder Junge, der Freude am Singen hat, kann "im Hymnus", bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben mitwirken. Durch das Singen im Chor wird Musik zu einem unmittelbaren Erlebnis. Die Stimme und die Liebe zur Musik kommen zur Entfaltung. Die Beschäftigung mit Musik hat einen positiven Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung und auf die Ausbildung sozialer Fähigkeiten. Sie fördert Selbstvertrauen, Identitätsfindung und soziales Verhalten.

Musikalische Bildung vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten, die auch als Schlüsselqualifikationen in anderen Bereichen gefordert werden wie Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Urteilsfähigkeit und Kreativität. Ein elementarer Grundwert des Chorsingens ist die Gemeinschaft. Nur zusammen und durch ein Ziel geeint, kann hier Musik entstehen. Ein günstiger Zeitpunkt zum Eintritt in den "Hymnus" ist das zweite Schuljahr. Grundsätzlich ist eine Aufnahme jedoch jederzeit möglich. Der Chor ist offen für alle Bekenntnisse und Nationalitäten. Die Teilnahme am Chor ist kostenlos.

Tradition - Gründung und Chorleiter

Auf eine mehr als 110-jährige Tradition können die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben zurückblicken. Mit ihren breiten, weißen Kragen über schwarzen Talaren sind sie bereits optisch unverwechselbar. Ihre Gründung im Jahr 1900 geht auf eine Initiative des schwäbischen Unternehmers Dr. med h.c. Paul von Lechler (1849-1925) zurück. Für wohltätige Zwecke stiftete er jährlich zehn Prozent des Firmenreingewinns und ermöglichte so die Gründung des "Hymnus". Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte der Chor unter Professor Gerhard Wilhelm (1918-2009) internationale Anerkennung. 1987 folgte Eckhard Weyand auf Gerhard Wilhelm. Von 1992 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im März 2010 war Hanns-Friedrich Kunz Leiter der Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. Sein Nachfolger ist Rainer Johannes Homburg.

 
 
 

Gegenwart - Struktur und Finanzierung

Die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben werden vom Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart (http://www.ev-ki-stu.de) getragen. Unterstützung erhält der Chor durch den Förderkreis der Stuttgarter Hymnus-Chorknaben e.V. (Förderkreis) das Kulturamt der Stadt Stuttgart (http://www.stuttgart.de) und das Land Baden-Württemberg (http://www.mwk-bw.de). Auf Initiative des Förderkreises wird eine Stiftung Stuttgarter Hymnus-Chorknaben (http://www.stiftung-stuttgarter-chorknaben.de) ins Leben gerufen.

Der Stuttgarter Hymnus-Chor ist kein Internatschor. Die Sänger wohnen bei ihren Eltern und besuchen Schulen in ihrem Wohnort. Die Probenarbeit findet seit 1971 im eigenen Chorheim auf dem Stuttgarter Killesberg statt. Jedes Chormitglied wird im Einzelunterricht von ausgebildeten Stimmbildnern geschult. Diese individuelle Förderung wird während der gesamten Knabenchorzeit angeboten und im Männerchor fortgesetzt.

Musik - Gottesdienste und Konzerte

Das Repertoire des "Hymnus" umfasst ein breites Spektrum geistlicher Vokalmusik vom Frühbarock bis zur Gegenwart. Bedeutende Werke werden erarbeitet, so z.B. das Weihnachtsoratorium und die Passionen von Johann Sebastian Bach, das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart, sowie Oratorien von Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn. Durch Konzertreisen im In- und Ausland haben sich die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben einen hervorragenden Ruf erworben. Die Kirchen und Konzertsäle Baden-Württembergs sind jedoch das Zentrum ihrer öffentlichen Auftritte. Der Chor wird außerdem von namhaften Ensembles zur Mitwirkung bei Konzerten verpflichtet. Neben der vielseitigen Konzerttätigkeit hat die musikalisch-liturgische Gestaltung von Gottesdiensten eine besondere Bedeutung im Chorjahr.

 
 
 

"Hymnus" - Chorgemeinschaft und Familie

Im Hymnus-Leben spielt die Familie eine große Rolle. Sie kann durch ihr Engagement und ihre Mitarbeit zum Gelingen des Ganzen beitragen: Bei Konzerten, beim jährlichen Sommerfest oder beim regelmäßigen "Eltern-Café" im Hymnus-Chorheim. Für die Familien besteht dabei immer auch die Gelegenheit, einander kennen zu lernen und sich auszutauschen. Eine wichtige Funktion in der Chorgemeinschaft haben außerdem die jungen Männer: Sie betreuen die Knaben bei Konzertreisen und Chorfreizeiten. Hymnusianer singen außerdem nicht nur. Trotz Chorverpflichtungen bleiben sie ganz "normale" Jungen, die, wie andere auch, Fußball und Tischtennis, Karten und Schach spielen. Zusätzliche Hobbys sind für die meisten von ihnen selbstverständlich.